10. 11. 2010
Kategorie: News
Von: Manfred Brodowski

Aus der Praxis

Die BMW Fahrzeuge der Typen 326 und 335 der Baujahre 1936 bis 1941 hatten eine Hinterachse mit Drehstabfederung. Diese herrschaftlichen Reisewagen hatten im Vergleich zu den mit den damals üblichen Blattfedern ausgerüsteten Fahrzeugen ein viel komfortableres Fahrverhalten. Deshalb wurde die Torsionsstabfederung von BMW auch nach dem Krieg in modernisierter Ausführung bei der fünfer Baureihe (501 bis 3200 CS) weitergebaut.


 

Die Schmierung der Federlaschen.

Die Abstützung und Drehbewegung der Federstäbe erfolgte über Hebelarme der Stoss- oder Schwingungsdämpfer und aufwändig konstruierte Federlaschen an der Hinterachse. Diese beweglichen Gelenke wollten allerdings dauerhaft geschmiert werden. Was lag da näher als dazu das reichlich vorhandene Oel der Hinterachse zu verwenden. Also wurden alle zu schmierende Teile mit Bohrungen versehen und mit einem Oelkanal zum Hinterachsgehäuse verbunden.
Dieses Schmiersystem funktioniert heute noch. Nur haben der TüV, die Grünen und ihre saubere Garage etwas dagegen, wenn die Autos hinten links und rechts etwas Oel verlieren.

 

Die Fettschmierung

Alles was sich bewegt hat Verschleiss und irgendwann ist auch die letzte Schachtel mit den originalen Ersatzteilen leer. Eine Nachfertigung der Teile wegen der geringen Nachfrage und den paar Tropfen Oel lohnt sich nicht. Also muss man den Zustand so lassen wie er ist, oder improvisieren.
Kürzlich habe ich eine Hinterachse eines BMW 326 restauriert. Das leere Achsgehäuse wurde in einem Karrosseriebad komplett abgelaugt und somit fettfrei gemacht. Natürlich wurden auch die Federlaschen in die Kur genommen und mit neuen Dichtringen und Gummimanschetten versehen. Um den vorprogrammierten Oelverlust abzustellen habe ich alle Oelkanäle voll Fett gepumpt und alle beweglichen Teile mit dickem Fett eingebaut. Die dazu verwendeten Schmiernippel kamen am Schluss wieder weg, damit von aussen alles original aussieht.

 

Bei den wenigen Kilometern die wir heute pro Jahr auf unseren guten Strassen fahren hält die Fettschmierung sehr lange.

 

Wo früher die Oelschmierung stattfand und im Laufe der Zeit heraustropfte wurde bei meiner letzten Restaurierung alles mit Fett gefüllt und zusammengebaut.

 

Auf dem Bild sieht man, dass die Oelkanäle von unten her bis in das Hinterachsrohr hinein mit Fett gefüllt wurden.
 
 

 

 


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